Pamukkale DEGİAD

KATEGORIEWettbewerb
STANDORTPamukkale

Über das Projekt

„Fordistische Produktion, ‚ländliche Entwicklung‘, postfordistische Produktion, neuer Urbanismus – was ist uns davon bis heute geblieben? Funktionslos gewordene Gebäude, ausufernde Stadtsysteme ohne Zentrum, geschädigte oder verschwundene Lebensräume und natürliche Ressourcen; die Liste ließe sich lange fortsetzen. Als Antwort auf diesen Zustand sagt BAĞ: ‚Beleben wir die natürliche Landschaft in der Stadt neu. Indem wir der Natur Grenzen setzten, haben wir keine gesündere gebaute Umwelt geschaffen. Versöhnen wir uns mit ihr und stellen wir das dabei verloren gegangene Wesen der Stadt über die Landschaft wieder her.‘ Sowohl die Moderne als auch der neue Urbanismus glaubten, formale Modelle könnten die Probleme der Stadt lösen. BAĞ plädiert hingegen für ein offeneres und strategischeres Modell. Bestehende und historische Bedingungen haben verlassene, abgenutzte und für eine Wiedergewinnung geeignete Brachflächen hinterlassen. Das Konzept konzentriert sich vorrangig auf diese Lücken in der Stadt. Der Entwurfsansatz soll eine Reihe von Vorschlägen liefern, die auf Landschaftsurbanismus beruhen oder diese Theorie als Bezugspunkt nutzen. In diesem Rahmen untersucht BAĞ Szenarien der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und benennt Unbestimmtheit, Offenheit, Flexibilität und komplexe Systeme als Schlüsselbegriffe. Wasser, Speicherung und Filterung, Abwasser und Grundwasser, Versorgungsleistungen und Verkehrssysteme bilden im Entwurf einen wesentlichen Teil der städtischen Infrastruktur, des zentralen Themas des Landschaftsurbanismus. Bildung, Freizeit, Recht und Ordnung sowie öffentliche Verwaltung werden ebenfalls einbezogen. Hauptziel ist es, diese Funktionen innerhalb eines nutzbaren Freiraums miteinander zu verbinden. Von Bedeutung sind Biodiversität und ökologische Systeme, Landschaftsökologie, Geomorphologie, Hydrologie, Klima und Vegetation sowie die Erfassung vorhandener und die Schaffung neuer ökologischer Ressourcen. Angestrebt werden die Förderung und Entstehung von Lebensräumen für Wildtiere und eine sich selbst erhaltende Landschaft. Die Übergänge zwischen den Nutzungen werden über Waren- und Energieströme sowie menschliche und biotische Bewegungen entwickelt. Die Bodensanierung kann in die Methodik aufgenommen werden, auch wenn sie nicht in jedem Projekt vorkommt. Alternative und erneuerbare Energiequellen sind unverzichtbar. Wind- und Wasserkraft sowie Photovoltaikflächen treten häufig auf. Pflanzen werden auch unter dem Gesichtspunkt der Dämmung eingesetzt. Für geschädigte Lebensräume wird eine schrittweise Entwicklung vorgeschlagen. BAĞ lässt sich als ‚unvollendete Architektonik‘ beschreiben und entwickelt sich um Begriffe wie offene, flexible, unfertige, veränderbare und rekonfigurierbare Architektur und Stadtgestaltung. Aus der Perspektive der Eigendynamik einer Straße sind dies keine Begriffe einer neuen Entwurfssprache, sondern Eigenschaften des alltäglichen Straßenlebens. BAĞ setzt die lebendigen, wachsenden und vergänglichen Eigenschaften der Landschaft ebenso wie die der Stadt gegen die Grenzen des modernen Städtebaus ein und tritt für eine natürlichere Entwicklung ein.“

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